Es ist nicht nur Tatsache, dass nach der heute gültigen 10. internationalen Klassifizierung der Krankheiten (10. ICD 2010) Burnout KEINE Krankheit ist.
Ich behaupte darüber hinaus, dass diese provokante Aussage die beste Botschaft an alle Menschen darstellt, die von Burnout bedroht sind, denn sie bedeutet im Klartext: Die beste und schnellste Burnout Hilfe kommt von den Betroffenen selbst!
Auch wenn die Aussage, „Burnout ist keine Krankheit“ in den Ohren eines von Burnout bedrohten oder gar betroffenen Menschen geradezu wie eine Beleidigung klingen muss.
Denn ein solcher Mensch fühlt sich nicht nur krank, sondern zudem allein gelassen, verunsichert, rat- und hilflos und zunehmend niedergeschlagen.
Nach den Erkenntnissen deutscher Betriebskrankenkassen ist jeder zweite Arbeitnehmer in unserem Land von Burnout bedroht!
Allein erziehende Mütter mit Vielfachbelastung, Selbständige ohne die Möglichkeit, zu delegieren oder Hausfrauen, die Familie, Haushalt, Kinder und womöglich die Pflege der Eltern managen sind mindestens in gleichem Maße bedroht.
Die Nachricht, dass Burnout keine Krankheit ist, stellt also für nahezu jeden Zweiten in unserer Gesellschaft eine höchst erfreuliche Botschaft dar!
Während wir bei Krankheiten nämich der Wirksamkeit von Medikamenten mit ihren zahlreichen Nebenwirkungen und den mehr oder weniger präzisen Diagnosen der Medizin ausgeliefert sind, können wir die Herausforderung „Burnout“ selbst bewältigen.
Burnout Hilfe bedeutet also Hilfe zur Selbsthilfe. Denn Burnout ist ein Prozess, der sich über Wochen und Monate, manchmal über Jahre hin erstreckt und durch Dauerstress ausgelöst wird. Burnout „überfällt“ uns nicht aus heiterem Himmel! Burnout kündigt sich mit vielfältigen Hinweisen an und gibt uns damit immer wieder die Chance, zu reagieren, etwas zu ändern und den Weg hin zur Gesundheit zu wählen.
Das Problem: Wir sind weitgehend unempfindlich geworden gegen derartige Hinweise, übergehen sie – immer wieder – und „plötzlich“ geht dann nichts mehr. Körperliche Symptome stellen dabei in den meisten Fällen Warnungen der Sorte „5 vor 12“ dar.
Es kommt darauf an, die richtigen Konsequenzen aus den „Warnschüssen“ der ersten Burnout-Phasen zu ziehen, um am Ende des Prozesses gerade nicht eine tatsächliche Krankheit zu entwickeln, die einen dann gnadenlos zwingt, längst fällige Veränderungen im täglichen Leben vorzunehmen, weil sie einen ans Bett fesselt oder von Medikamenten abhängig macht.


